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Leseprobe: Geheimnisse von Blut & Liebe Teil: 1 – Dunkle Jagd

Geheimnisse von Blut und Liebe – Dunkle Jagd

Ich habe allmählich genug von Zombies. Zum Glück bin ich bald fertig mit ihnen. Dieser Sommer zerrt an meinen Nerven. Die Luft steht. Es ist so heiß, dass die Füße der Tauben am Asphalt kleben bleiben. Schreiben ist nur nachts möglich. Tagsüber verwandelt sich die Wohnung in einen Glutofen. Ich wage es nicht, in den Park zu gehen oder in ein Café. In letzter Zeit frage ich mich immer öfter, ob ich es nicht dennoch tun soll. Wie wahrscheinlich ist es, dass Demian mich nach fünf Jahren noch aufspüren wird? Meine Sehnsucht nach einem Zuhause wächst.

(Aus Aurelies Notizen)

Der Tag, an dem Aurelie zum allerersten Mal das Gasthaus zum Silbermond betreten sollte, nur um wenig später die Erinnerung daran vollständig zu verlieren, begann mit einer folgenschweren Entscheidung.
Sie hatte die Nacht durchgeschrieben. Gegen fünf Uhr in der Früh erhob sie sich von ihrem Schreibtischstuhl und machte ihre Runde durch die kleine Dachwohnung. Vor den Fenstern hingen überall schwere Vorhänge, die sie energisch beiseite schob. Während sie die Fensterflügel aufstieß, erst im Arbeitszimmer, dann in der Küche und zum Schluss im Schlafzimmer, achtete sie wie immer sorgfältig auf die Umgebung. Außer einem Straßenköter, der das Bein an einer Mülltonne hob, war jedoch kein Lebewesen zu sehen. Aurelie hatte ihn schon öfter in ihrer Straße gesehen. Diesmal schien er sie aber gehört zu haben, denn er starrte zu ihr hinauf. Sein Fell war schwarz und struppig und sie sah, dass er nur ein Auge besaß. Ein Schauder überlief sie und sie zog sich rasch von der Fensteröffnung zurück. Dieser Hund war ein bedauernswertes Geschöpf, keine Frage, trotzdem war er ihr unheimlich.
Im Badezimmer gab es kein Fenster, nur eine nackte Glühbirne, die von der Decke baumelte. Aurelie stieg mit einem einzigen großen Schritt über den Wäscheberg, der die letzten Wochen vor der Badezimmertür emporgewachsen war. Sie stützte sich mit den Händen auf den Waschbeckenrand, starrte eine Weile in den Badezimmerspiegel und tastete schließlich nach der Schere, die seit Tagen (…)

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