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#DiesesEineDing, auf das eine Autorin beim Schreiben nie verzichten könnte

Schokolade? Verfaulte Äpfel oder lieber – ja, was eigentlich?

Im ersten Moment dachte ich, es sei einfach, #DiesesEineDing zu finden, auf das ich beim Schreiben nicht verzichten kann. Pustekuchen. Vieles ist wichtig. Zum Beispiel benötige ich absolute Ruhe, muss alleine zu Hause sein. Ruhe ist aber kein Ding. Als Nächstes fiel mir Schokolade ein. Ich gebe zu, oft rettet mich ein Nutellabrot aus einem schreiberischen Tief, doch die Regel ist es nicht. Musik? Manchmal ja, manchmal nein.

Die Macken der anderen

William Faulkner zum Beispiel vertrat die Ansicht, dass man zum Schreiben Papier, Tabak, Essen und ein bisschen Whiskey benötigt, mehr nicht. Whisky mag ich auch, vor allem im Herbst, wenn Nebel auf den Feldern liegt und Wind ums Haus heult. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, mit benebeltem Kopf zu schreiben und das Papier hat längst der Laptop ersetzt. Essen? Eher weniger. Ich schreibe gern auf dem Sofa und mag keine Krümel um mich herum. Wenn ich im Schreibrausch bin vergesse ich viel mehr, überhaupt etwas zu essen.

Friedrich Schiller hatte eine der bekanntesten Marotten. Er bewahrte in seiner Schreibtischschublade verfaulte Äpfel auf und war der Ansicht, dass deren Verwesungsgeruch ihn bei seiner Ideenfindung unterstützten. Äh … nein. Man denke nur an die lästigen Fruchtfliegen! Da kann ich mich mehr mit Thomas Mann identifizieren, der am liebsten von acht Uhr morgens bis zwölf Uhr mittags arbeitete. Regelmäßigkeit mag ich. Als Mama von zwei Kindern habe ich mich jedoch daran gewöhnt, mich auf das kleinste Zeitfenster zu stürzen, und sei es um fünf Uhr in der Frühe, weil sonst bekäme ich nie einen Roman fertig. Ich habe gehört, dass einige Kollegen einen neuen Roman grundsätzlich nur zu einem bestimmten Datum, zu einer bestimmten Stunde anfangen. Na gut, ich habe Dunkle Jagd am 15.Dezember 2013 veröffentlicht. Das ist der Geburtstag meines Mannes. Zählt das? Eher nicht. Die Folgebände kamen ohne besonderen Bezug zum Datum auf den Markt. Sollte ich tatsächlich keine Marotte haben? Wie enttäuschend.

Eigentlich ist es ganz simpel – doch stört mich das?

Wie immer, wenn ich mit einer Überlegungen nicht weiterkomme, verlasse ich meine gemütliche Sofaecke, um mir eine Tasse Tee zu bereiten. Den Wasserkochen befüllen, eine Lieblingstasse aus dem Schrank holen und einen Moment über der Teeauswahl brüten. Ich hab mindestens dreißig Teesorten in der Schublade. Meistens als lose Sammlung von Teebeuteln, damit ich genüsslich darin herumwühlen kann. Bis ich mich für eine Sorte entschieden habe, sprudelt das Wasser und ich gieße den Tee auf. Die Zeit, die er zum Ziehen braucht, nutze ich, um Kerzen anzuzünden, das Zimmer zu lüften, oder vier Liegestützen zu machen. (Okay, das war geschwindelt, ich schaffe keine einzige). Wenn ich dann wieder gemütlich auf dem Sofa sitze und an meinem Tee nippe, fließen die Gedanken plötzlich mühelos. Durch die Bewegung hab ich mir vermutlich ein bisschen Sauerstoff ins Gehirn gepumpt, aber ich denke eher, dass vor allem mein Unterbewusstsein die kurze Unterbrechung genutzt hat, um mein Schreibproblem zu lösen. Tja. Ich finde mich damit ab, dass meine Marotte wenig spektakulär ist, aber dafür hat sie einen englischen Touch.

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Tee ist #DiesesEineDing, ohne das ich nicht schreiben kann.

 

 

Wie immer haben sich einige meiner Autorenkolleginnen ebenfalls Gedanken gemacht.

Kari Lessir

Melissa David

Hope Cavendish

Anja Bagus

Kay Noa

 

 

 

 

Quelle Foto: Photocase

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