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#AutorenHautnah

 

Heute hab ich die Autorin Kay Noa auf dem imaginären Sofa neben mir sitzen. Besonders die Frage danach, welches Tier sie sein wollte, gibt mir zu denken.

 

Liebe Kay, wenn man verfolgt was du alles auf die Beine stellst und vor allem, zu welchen Uhrzeiten du noch arbeitest, ist es ein Wunder, dass du noch Zeit für so etwas wie ein Interview findest. Und trotzdem kamen deine Antworten bisher am allerschnellsten zurück. Ich würde sagen, wir legen auch hier gleich zügig los. Zum Warmwerden stelle ich meinen Interviewpartnern erst mal einige einfache Fragen. Antworte spontan, so rasch wie möglich.

Welche Superkraft hättest du gerne?

Gedanken lesen

In welchem Kinofilm warst du zuletzt?
Deadpool; Dschungelbuch musste ich leider berufsbedingt absagen.

Für welchen Nachtisch würdest du einen Mord begehen?
Für keinen. Das Gefängnisessen schmeckt nicht
Bist du ein Tag oder Nachtmensch?
Nachtmensch

Trägst du lieber Hosen oder Röcke?
Kommt auf den Anlass an. Der englische Ausdruck „Dressed to kill“ ist schließlich situativ unterschiedlich zu interpretieren.

Welche Eigenschaft eines Menschen nimmt dich sofort für ihn ein?
Ehrlichkeit, auch gegen sich selbst

Hast du einen Tanzkurs gemacht?
Mehrere

Wenn ich dich jetzt in ein Flugzeug setzen würde, was wäre das Ziel?
Da würde ich mich überraschen lassen wollen. Das wäre aufregend.

Bei den nächsten Fragen darfst du gerne ein wenig länger nachdenken und auch ein paar Worte mehr schreiben.

Wenn du ein Tier sein könntest, welches wäre es und warum?
Schwierige Frage. Angesichts dessen, wie wir Menschen mit Tieren umgehen, domestizierten wie wilden, möchte ich kein Tier sein. Darum bin ich froh, ein Mensch zu sein, der einen beträchtlichen Teil seiner Zeit und Kraft darauf verwendet, dafür zu sorgen, dass andere nach mir diese Frage einmal anders beantworten können.

Stell dir vor, du kämst durch eine Verkettung glücklicher Zufälle an die Weltherrschaft. Was wäre deine erste Amtshandlung?
Puh, die Frage ist auch nicht einfacher. Es gibt so viel zu tun, aber ich unterstelle, dass es am Ende doch nicht so einfach ist, sonst würde es getan. Weil ich nicht an eine zentrale bzw. globale Lösung glaube, würde ich erst einmal die Welt bereisen, um mit den Menschen vor Ort zu reden. Also mehr so die Politik der kleinen Schritte. Und dazu würde ich vermutlich zuerst einmal die Mega-Konzerne zerschlagen. Ja.

Beim letzten Punkt bin ich dabei. Und ich würde das Fernsehen abschaffen. Da ich deinen engen Zeitplan kenne, auf zur nächsten Frage: Mit welchen drei Worten würde dich deine beste Freundin beschreiben?
Zuverlässig, Durchgeknallt, pragmatisch

Eine nette Mischung. Und mit welchen drei Worten würde dich jemand beschreiben, der dich gerade erst kennengelernt hat?
Durchgeknallt, lustig, hart

Aha! Ich sehe schon, ein Wort wurde doppelt genannt. 😉 Du darfst mit nur! drei Gegenständen dein Schlafzimmer einrichten. Was nimmst du?
Bett, Lampe. Mehr brauch ich nicht. Mehr ist bei mir auch tatsächlich nicht drin.

Wie verwöhnst du einen lieben Gast?
Weil wir ständig Gäste haben, gilt bei uns der simple Spruch, jeder möge sich wie zu Hause fühlen. Das birgt Rechte und Pflichten. Aber da alle gerne wiederkommen, scheint das Konzept zu funktionieren. 
Im Ernst, wir lassen die Gäste so sein, wie sie wollen und gehen auf das ein, was sie mitbringen. So verschieden wie die Menschen sind, so verschieden sind auch ihre Bedürfnisse.

Das ist eine schöne Einstellung. Wie lange braucht man noch mal von Massenbachhausen bis München? Was tutst du, wenn du einen Gast loswerden möchtest?
Gar nicht erst einladen? Das hatte ich noch nie. Aber wenn es so wäre, z.B. weil ich selbst weg muss, würde ich das sagen, ist ja auch nichts dabei.

Hand aufs Herz, – wie oft in deinem Leben hast du schon mal falsch geparkt?
Ständig. Ich betrachte die meisten Parkverbote als teure Parkplätze, wobei jeder der die Preise der Münchner Parkhäuser kennt, über „teuer“ an dieser Stelle ins Grübeln kommt. Bevor ich jetzt gedissed werde: Allerdings achte ich da sehr wohl darauf, dass ich den Verkehr nicht behindere und keine Feuerwehreinfahrten etc. blockiere. Ich lebe nicht nur beim Parken nach dem Grundsatz, dass Regeln dazu da sind, dass man nachdenkt, bevor man sie bricht. Deshalb habe ich auch Jura studiert – damit ich verstehe, wozu eine Regel dient, damit ich für mich den Umgang mit ihr bewerten kann.

Gibt es ein Gemüse, dass du aus tiefster Seele verabscheust und was machst du, wenn du es bei einem wichtigen Termin auf dem Teller hast, – als Hauptspeise?
Da wüsste ich jetzt keins, was an den Kochkünsten meines Mannes liegen mag. Bei Fleisch hingegen ist es schwieriger. Bei einem Termin würde ich das höflich sagen und auf Verständnis hoffen. Da hatte ich auch noch nie Probleme. Bei einem Besuch bei der todkranken Tante meines Mannes – einer Art morbiden Abschiedsbesuch – wurde extra für mich, weil ich das Hauptgericht abgelehnt hatte, Taubenleberfarce gemacht. Ich mag weder Taube, noch Leber, noch Farce … das habe ich dann tapfer gegessen. Kleine Stücke schneiden und unzerkaut schlucken. Ich wollte sie nicht enttäuschen.

Ich weiß nicht einmal, was Farce ist, bin darüber aber nicht unglücklich. Jetzt zu einer Frage, die ihr mir alle beantworten müsst. Stell dir vor, eine Giraffe und eine Ameise kämpfen miteinander. Wer gewinnt und warum?
Da ich immer für die Underdogs bin, wäre ich sehr für die Ameise. Ich würde es ihr wirklich gönnen. Aber ich sehe keine realistische Möglichkeit für einen Sieg. Alle Finten und Tricks wären ja „Mensch in Ameisengestalt“. Vermutlich würde die Giraffe die Ameise einfach aufschlecken. Hast du schon mal die Zunge von so einer Giraffe aus der Nähe betrachtet?

Ich hatte noch nie das Vergnügen, einer Giraffe so nahe zu kommen, dass ich ihre Zunge betrachten konnte. Bei der Frage hatte ich allerdings den Film die Hexe und der Zauberer vor Augen. Du erinnerst dich an den Kampf der beiden, und wie er ausging? Ich drücke auf jeden Fall keinem von beiden die Daumen, denn ich mag alle beide, Giraffen und Ameisen. 😉

So, zum Schluss die Gänsehautfrage, die du nicht beantworten musst, wenn du nicht magst: Stell dir vor, du hättest die Gelegenheit, in der Zeit zurückzureisen, um die Geburt eines Menschen zu verhindern? Wer würde nie geboren? Und hättest du damit ein moralisches Problem?

Nein, ich hätte da überhaupt kein moralisches Problem, weil dieser Mensch dann ja nicht wüsste, was er (und die Welt) verpasst. 
Aber ich wüsste nicht, welchen Menschen ich verhindern wollte. Weil ich nicht weiß, was mit dem so entstehenden Vakuum passieren würde, wer z.B. die Lücke füllen würde, die Hitler hinterlassen hätte. Es ist ja nicht so, dass ein Mensch allein eine Ursache setzt, immer sind das Interaktionen mit anderen. Hitler wurde geduldet, teils sogar unterstützt. Hätten jene Menschen nicht einen anderen Hitler gefunden? Mit womöglich noch krankeren Ideen? Meine Oma sagte schon immer, es kommt nichts Besseres nach.

Eine Antwort, über die man noch eine Weile nachdenken kann, vielleicht sogar eine, mit der man ein Buch plotten könnte. Vielen Dank für den Einblick, den du uns gegeben hast.

 

Und an die Leser wie immer die Frage – wen soll ich für Euch interviewen? Schreibt es mir doch einen Kommentar.

1 Kommentar

  1. Auf die Schlussfrage wäre ich natürlich auch sofort auf Hitler gekommen, ob mir sofort Kays dezidierten Überlegungen zur Folge durch den Kopf gegangen wären, weiß ich nicht, aber ich stimme völlig mit ihr überein. Das Interview gefällt mir sehr, sehr gut. Danke Euch beiden.

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